Ein Blick unter den Doktor-Hut von André Krüger

"Akademiker"-Ängste

Seit vielen Jahren bin ich zufriedener Patient bei meinem Zahnarzt. Seine Praxisräume befinden sich in einem repräsentativen Jugendstilhaus mit Blick auf die Hamburger Alster, sie ist mit hochpreisigen Designmöbeln sowie modernster Technik eingerichtet. Der Dentist hat eine wunderhübsche Assistentin, die wie in der Fernsehwerbung strahlend weiß lächelt, und fährt einen übermotorisierten Sportwagen. Ich glaube, es geht ihm gut. Nicht selten werden Zahnärzte in Medizinerkreisen als Handwerker belächelt. Aber man sieht: Handwerk hat eben doch goldenen Boden – wenn der Anteil an Privatpatienten stimmt.


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Exklusivinterview mit Prof. Dr. Peter Kruse

"Dieser Mensch protzt aus Trotz"

Prof. Kruse ist Honorarprofessor für Allgemeine und Organisationspsychologie an der Universität Bremen. Demnächst erscheint seine Mobilitätsstudie 2010.

Herr Prof. Kruse, was will uns ein Mensch sagen, der mit einem 500 PS starken Automobil an einer Ampel von 0 auf 100 km/h in 3,7 Sekunden beschleunigt?

Der will uns sagen: „Ich kümmere mich nicht um den Wertewandel, über den alle reden. Und außerdem kann ich es mir leisten, etwas neben der Spur zu sein.“ Kurz: Dieser Mensch protzt aus Trotz. Er will nicht ganz einsehen, dass das Ampelspiel von gestern ist und dass das Luxusauto als Status-Symbol ausgedient hat.


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Eigeninitiative ergreifen

Verleihung Armutszeugnis

In Ihrem Freund- oder Feindeskreis hat sich jemand das Armutszeugnis verdient? Hier können Sie das Diplom downloaden. Anschließend ausfüllen und feierlich überreichen!

ARMUTSZEUGNIS HIER DOWNLOADEN Download


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Lesestoff

Angst um den Status?

Der Philosoph und „Wellnessdenker“ Alain de Botton hat ein Rezept gegen Status-Symptome: die eigene Vergänglichkeit erkennen.

Seit aus Adam und Eva eine Vielzahl von Menschen wurde, gibt es Statuskämpfe und Statusängste. Denn mit den Hierarchien entstanden die Embleme der Macht und des Reichtums. Allerdings nehmen die Statusängste seit der industriellen Revolution – also seit rund 250 Jahren – markant zu. Das behauptet der historisch trittsichere Professor für Philosophie, Alain de Botton, in seinem Buch „Statusangst“. Warum?


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Eine Status-Analyse von Michael Brake

Status-Symbol Status-Meldung

In der postmaterialistischen Gesellschaft taugen Reichtum, schnelle Autos und goldene Uhren nicht mehr als Symbole für den eigenen Status. Stattdessen wird ein Status selbst zum Symbol: der Facebook-Status. Und mit ihm zusammen sein hektischer Cousin, das Twitter-Update. Die Status-Meldungen sind das Paradies der exzessiven öffentlichen Selbstverwirklichung: Wir sind wild, immer unterwegs, haben tausend Freunde und machen genau unser Ding. Man muss nicht mal lügen – wie beim Lebenslaufschreiben reicht es schon, ein paar langweilige Details zu verschweigen. Und schon ist man …


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Small Talk

"Mit dieser Karre erreichst du, wovon du sonst nur träumst."

Urs Kaegi, Verkehrspsychologe aus der Schweiz, schreibt Gutachten über Leute, die unter Raser-Verdacht stehen. Anders gesagt: Er ist Experte in Sachen Angeben mit Autos.

Protzen mit Autos: Funktioniert das überhaupt noch?

Aber sicher. Fragt sich nur, wer bei wem aufschneiden will. Wenn ältere Herren in Porsches bei jungen Damen Eindruck schinden wollen, ist das was anderes, als wenn Migranten mit dem Mercedes in ihre Heimat fahren und den Daheimgebliebenen zeigen, wie viel Geld sie in der Tasche haben. Autos sind Status-Symbole. Die Werbung bringt die Wirkung des Symbols geschickt ins Spiel, nach der Masche: Mit dieser Karre erreichst du, wovon du sonst nur träumst.


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Lesestoff

Ist Gleichheit Glück?

Ungleichheit fördert Status-Symptome und macht uns krank. Das zeigen Richard Wilkinson und Kate Pickett in ihrem Buch „Gleichheit ist Glück“.

Richard Wilkinson und Kate Pickett sind sogenannte „Epidemiologen“. Klingt kompliziert, ist es irgendwie auch: Die beiden erforschen die Volksgesundheit und schauen, welche gesellschaftlichen Bedingungen uns krank oder gesund machen. In ihrem Buch „Gleichheit ist Glück. Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind“ verfechten sie die These, dass unsere Gesundheit direkt mit der sozialen Gleichheit in unserem Land zusammenhängt. Unzählige Archive haben sie durchstöbert, Quellen erschöpft, Datenberge aufgetürmt, um schließlich zwischen zwei Buchdeckeln, schwarz auf weiß, in aller Klarheit, anhand deutlicher Diagramme, mit Fakten, Fakten, Fakten zu zeigen: Ungleichheit macht uns krank, uns alle, nicht nur die Armen!


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Ein Erlebnisbericht der Autorin Antje Lückingsmeier

Muss ich Haben

Hamburg – Die Party ist in vollem Gange, die Menschen um mich herum sind schön und gut gelaunt. Krise? Ja, aber nur bei den anderen. Die Gastgeberin herzt ihre Gästeschar, plaudert und heißt willkommen. Sie trägt ihre Glamourstilettos derart selbstbewusst, dass kein Mensch die eingetragenen No-Name-Stiefeletten erahnt, die die Gute über so manchen Hektiktag gerettet haben. Ich denke ein wenig gehässig, dass sie am besten auf einem hohen Barhocker die Beine überschlagend Hof hielte, damit auch Zuschauer aus der letzten Reihe eine Chance haben, die roten Sohlen des sündhaft teuren Schuhwerks zu bestaunen.


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Ein Statusbericht von Jens Steffenhagen

Sein statt Schein

Bisher verband man mit Status-Symbolen in erster Linie materiellen Besitz. Das könnte sich bald ändern: Besonders junge Menschen setzen zunehmend auf soziale Werte als Ausdruck ihrer Lebensqualität. Konsumentscheidungen werden immer häufiger nach rationalen Kriterien gefällt.


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Lesestoff

Das Horrorauto

In seinem Erfolgsroman „Christine“ zeigte Autor Stephen King schon vor über 25 Jahren, dass allzu fette Autos Horror sind.

In einem Automobil-Blog wird sie so beschrieben: „Chrom satt, tiefe Gürtellinie, grimmig dreinschauende Doppelscheinwerfer, ein Kühlergrill zum Fürchten, mächtige Stoßstangen und Heckflossen wie vom weißen Hai persönlich.“ Wahrlich zum Fürchten ist die – ja: die! – 1958er Plymouth Fury in dem 1983 publizierten (und verfilmten) Horrorroman „Christine“ von Stephen King. Dort zermalmt sie rund ein Dutzend Menschen.


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