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	<title>Status-Symptome.de</title>
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	<description>Das Magazin rund um das Thema Status-Symbole. Regelmäßig aktuelle Artikel, Essays, Filmbeiträge.</description>
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		<title>Das Auto als Lustobjekt</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Jul 2011 17:18:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudius</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Mobilität]]></category>
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		<description><![CDATA[Roten Autolack schlecken wie Frauenschenkel? Ein Achtzylinder als Bronzeskulptur? Die Ausstellung „Fetisch Auto“ im schweizerischen Basel widmet sich dem Automobil als Kunst- und Lustobjekt. Ein Autokörper: Elegant geschwungene Kotflügel verschmelzen mit glänzenden Chromteilen. Wasser perlt am Lack herab. Wer denkt &#8230; <a href="http://www.status-symptome.de/blog/2011/das-auto-als-lustobjekt">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Roten Autolack schlecken wie Frauenschenkel? Ein Achtzylinder als Bronzeskulptur? Die Ausstellung „Fetisch Auto“ im schweizerischen Basel widmet sich dem Automobil als Kunst- und Lustobjekt.</strong></p>
<p>Ein Autokörper: Elegant geschwungene Kotflügel verschmelzen mit glänzenden Chromteilen. Wasser perlt am Lack herab. Wer denkt da nicht an – Sex? Zumal Serge Gainsbourg und Jane Birkin zu diesem Bilderreigen ihr betörendes „Je t’aime“ hauchen. Direkt neben der Videoinstallation thronen auf Betonsockeln drei mächtige Achtzylinder-Motoren – im Originalformat zwar, doch ihrer Funktion enthoben als Skulpturen. Drei Schritte weiter auf dem roten Samtteppich räkelt sich hochglanzfotografiert und knapp bekleidet Künstlerin Liz Cohen auf einer Motorhaube. Wen hier keine schwüle Lust überkommt, der sollte in der Werkstatt seine automobile Libido untersuchen lassen.</p>
<div class="gallery2">
<table>
<tbody>
<tr>
<td><a title="Mel Ramos, Kar Kween, 1964: Automobiler Sexismus in einer Arbeit von Mel Ramos aus dem Jahr 1964: Pin-up-Girl, das sich aufreizend am Phallussymbol Zündkerze räkelt. (Bildnachweis: © 2011 Pro Litteris, Zürich; Foto: Lee Stalsworth)" rel="lightbox" href="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/07/MelRamos.jpg"><img title="Mel Ramos, Kar Kween" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/07/MelRamos-150x150.jpg" alt="alt" width="150" height="150" /></a></td>
<td><a title='Der Schmelzpegel der Ausstellung: In der Arbeit „Burning Car“ von Superflex verbrennt episch lang eine Luxuskarosse.  (Bildnachweis: © 2011, Museum Tinguely, Courtesy of Superflex and Nils Stærk, Kopenhagen)' rel="lightbox" href="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/07/Superflex.jpg"><img src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/07/Superflex-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></td>
<td><a title='Witzig: Der Künstler Bruno Rousseaud zeigt in „I am a King“, wer beim Blick in den Rückspiegel der König der Straße ist.' rel="lightbox" href="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/07/Bruno_Rousseaud.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-921" title="Bruno Rousseaud, I am a King" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/07/Bruno_Rousseaud-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<p>Das Automobil ist das wichtigste Konsumgut des 20. Jahrhunderts, und nie, auch nicht in den Anfängen, hat sich seine Bedeutung auf die Funktionalität, die Fortbewegung, beschränkt. Immer hat das Auto nicht nur Menschen, sondern auch Status, Träume, ja Ideale befördert. Es ist diese gesellschaftliche Bedeutungsebene, die das Auto zum Objekt der künstlerischen Betrachtung und Auseinandersetzung werden ließ. Einen Auszug aus dieser über hundertjährigen Betrachtung bietet nun das Basler Tinguely-Museum mit der Ausstellung „Fetisch Auto. Ich fahre, also bin ich“. 160 Kunstwerke von 80 Künstlern werden ausgestellt, darunter Arbeiten von Andy Warhol, Robert Frank, Jean Tinguely, Gerhard Richter und Pipilotti Rist.</p>
<p>Den Anfang machten die italienischen Futuristen, die das Auto bereits vor dem Ersten Weltkrieg zu einer Art von religiösem Fetisch erhoben. In seinem futuristischen Manifest schreibt der Dichter Marinetti 1909: „Ein Rennwagen, dessen Karosserie große Rohre schmücken (&#8230;), ist schöner als die Nike von Samothrake.“ Das war – mit Verlaub – ein Tritt in den Arsch der klassischen Kunstgeschichte. Aus heutiger Sicht überraschender war allerdings Marinettis Tritt in den Arsch der Frauen: Dem Loblied auf die Geschwindigkeit folgte das auf „die Verachtung des Weibes“. Autokult, Frauenverachtung und Sexismus – das kennt man doch bis heute!</p>
<div class="gallery2">
<table>
<tbody>
<tr>
<td><a title='Im Ausstellungsbereich „Sexueller Fetisch“ werden Arbeiten gezeigt, die den Zusammenhang zwischen Autos und Sex ausleuchten. Sylvie Fleury erhebt sinnlos kraftvolle Motoren zu Skulpturen, Liz Cohen tunte für ihre Serie „Bodywork“ nicht nur einen alten Trabant, sondern auch sich selbst.' rel="lightbox" href="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/07/SylvieFleuryLizCohen.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-907" title="Sylvie Fleury &amp; Liz Cohen" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/07/SylvieFleuryLizCohen-150x150.jpg" alt="Sexueller Fetisch" width="150" height="150" /></a></td>
<td><a title="Giacomo Balla, Velocità + Luci, 1913: Die Futuristen waren die ersten, die das Automobil als Kunstobjekt entdeckten. Sie huldigten der Geschwindigkeit, dem Krieg und (teilweise) auch der Unterwerfung der Frau. (Bildnachweis: Privatsammlung, © 2011 Pro Litteris, Zürich)" rel="lightbox" href="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/07/GiacomoBalla.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-930" title="Giacomo Balla, Velocità + Luci" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/07/GiacomoBalla-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></td>
<td><a title='Zwei Videoarbeiten: Mit einem Augenzwinkern deckt Sylvie Fleury in „Car Wash“ Parallelen auf zwischen Autowäsche und Erotik: Einreiben, Abspritzen, Abspülen. In Franck Scurtis „Dirty Car“ wird das Auto selbst zum Lustobjekt. ' rel="lightbox" href="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/07/SylvieFleury-und-FranckSurti.jpg"><img title="Sylvie Fleury &amp; Franck Surti" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/07/SylvieFleury-und-FranckSurti-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<p>Allerdings zeigt der Ausstellungsraum „Sexueller Fetisch“, dass hundert Jahre nach dem futuristischen Manifest die quasireligiöse Huldigung des Automobils und seine Überhöhung zum Lustobjekt nur noch lächerlich ist. In seiner Videoarbeit „Dirty Car“ zeigt Franck Scurti, wie ein junger Mann aus seinem roten Roadster steigt, diesen wie eine Dirne lüstern betrachtet und dann mit steigender Lust abschleckt. Igitt! Das Auto als Lustobjekt des Mannes, als Frauenersatz, als Dirne. Wem das zu plakativ ist, der wendet sich den Hochglanzbildern der Künstlerin Liz Cohen zu. Halb nackt posiert sie als Modell auf der Kühlerhaube eines getunten Trabbis. Der Clou: Sie selbst hat sich während des mehrwöchigen Autotunings durch Fitnesstraining „in shape“ gebracht: Autotuning, Körpertuning – dieselbe lachhafte Logik?</p>
<p>Auf jeden Fall scheint sich in hundert Jahren Autokunstgeschichte ein Kreis zu schließen: Während die Futuristen dem Auto huldigten und die Frauen verachteten, ist diese Haltung heute Gegenstand der künstlerischen Satire. Nur die Autoindustrie hat das offensichtlich noch nicht begriffen – bis heute räkeln sich auf Automessen halb nackte Frauen auf den Kühlerhauben dicker Karren.</p>
<p>Tinguely-Museum, Basel. „Fetisch Auto. Ich fahre, also bin ich.“<br />
Noch bis 9. Oktober 2011. <a title="Tinguely Museum Basel" href="http://www.tinguely.ch" target="_blank">www.tinguely.ch</a></p>
<blockquote><p><img class="alignnone size-full wp-image-217" title="Christoph Kohler" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/05/autorenbilder_christoph_kohler.jpg" alt="" width="27" height="41" />Die Ausstellung besuchte Dr. Christoph Kohler. Er ist freier Journalist und Filmemacher und schreibt unter anderem für die NZZ.</p></blockquote>
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		<title>Von Landflucht- und Shayenne-Aufklebern</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jul 2011 09:43:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JanP</dc:creator>
				<category><![CDATA[Akut]]></category>

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		<description><![CDATA[Wozu eigentlich noch einen großen Spritfresser durchs Viertel fahren, wenn das wahre autobezogene Statussymbol schon ab ein paar läppischen Euro zu haben ist? Ob Wappentiere oder schlaue Sprüche: Quasi seit der Klebstoff für Sticker erfunden wurde, muss man bei Autos &#8230; <a href="http://www.status-symptome.de/blog/2011/von-landflucht-und-shayenne-aufklebern">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wozu eigentlich noch einen großen Spritfresser durchs Viertel fahren, wenn das wahre autobezogene Statussymbol schon ab ein paar läppischen Euro zu haben ist? Ob Wappentiere oder schlaue Sprüche: Quasi seit der Klebstoff für Sticker erfunden wurde, muss man bei Autos „zwischen den Zeilen“ lesen.<br />
Aufkleber zeigen, wer ich bin, was ich kann – und wann ich nur so tue.</p>
<p><span id="more-863"></span><img class="alignright size-full wp-image-864" title="aufkleber_abi" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/07/aufkleber_abi.gif" alt="" width="150" height="150" /></p>
<p><strong>Die Erwachsenwerder</strong><br />
Vor allem in ländlichen Gegenden war das Auto für eine bestimmte Altersgruppe schon immer mehr Rettungsanker als Statussymbol. Wo nur einmal die Stunde ein Bus fährt, zeigt es, dass man jetzt mobil ist und bereit, auch anderen bei der gelegentlichen Flucht zu helfen. Autoaufkleber mit Schriftzügen wie „Abschluss 1995, hurra!“ oder „ABIkini 2001 – knapp, aber passt“, natürlich über die komplette Heckscheibe drapiert, sind für den Club der aufwachsenden Dorfjugend Initiationsritus und Wappen zugleich. Und sie verschönern, was mitunter schon seit drei Generationen in der Familie weitergereicht wird und nicht mehr ganz so straßentauglich erscheint.</p>
<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-865" title="aufkleber_blumen" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/07/aufkleber_blumen.gif" alt="" width="150" height="150" /><br />
Die Verspielten</strong><br />
Blümchen, Schmetterlinge oder schlanke Drachen, gerne gestreckt über die gesamte Fahrzeugseite – verspielte Autoaccessoires sollen sagen: Ich bin kreativ und alles andere als langweilig. Und solche Aufkleber heißen natürlich auch nicht Aufkleber, sondern ganz modebewusst „Autotattoos“.</p>
<p><strong><img class="alignright size-full wp-image-866" title="aufkleber_feuer" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/07/aufkleber_feuer.gif" alt="" width="150" height="150" /><br />
Die Poser</strong><br />
Kennen Sie noch „Pimp my ride“? Das war vor einigen Jahren eine Fernsehsendung, in der semiprominente amerikanische Bastler Schrottkarren in regelrechte Wunderautos verwandelten. Da wurden monströse Spoiler montiert oder das Innere zum Dolby-Surround-Kino umfunktioniert. In der Do-it-yourself-Variante erwies sich das für möchtegern-coole Nachahmer eher schwierig, nicht jedoch ein wichtiger Teil der äußeren Aufmachung. Und so war man mancherorts auf einmal beinahe umringt von Gefährten mit Flammen an der Fahrertür. Sie schreien regelrecht: „Ich bin supercool und irgendwie auch gefährlich.“ Bis der Beklebte zu Hause vorfährt, schnell die laute Musik ausschaltet und den Scheitel richtet, weil Mama auch ganz ohne Flammenpracht Furcht einflößt.</p>
<p><strong><img class="size-full wp-image-867 alignleft" style="margin-bottom: 60px;" title="aufkleber_shayenne" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/07/aufkleber_shayenne.gif" alt="" width="150" height="150" /><br />
Die stolzen Eltern</strong><br />
Eltern schmücken ihre Autos gerne mit Beweismaterial: „Baby an Bord“ steht da oder „Maximilian fährt mit“. Inzwischen tragen Kinder Namen wie Shayenne oder Lucia Elodie, und spezielle Online-Versandhäuser drucken jeden beliebigen Namen auf Stickerpapier. Nie zuvor konnte man mit einem kleinen Aufkleber auf dem Familienwagen zeigen, wie weltgewandt und kreativ man doch ist. Was nur überhaupt nichts nützt, wenn der schick benannte Nachwuchs am Ende doch die ganze Zeit den Nachbarn im Stau die Zunge herausstreckt.</p>
<p><strong><img class="alignright size-full wp-image-868" title="aufkleber_park" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/07/aufkleber_park.gif" alt="" width="150" height="150" /><br />
Die Abenteuerliebenden</strong><br />
Es gab einmal diese merkwürdige Sitte in Freizeitparks: Während man nichtsahnend an der Achterbahn anstand, pappten sie einem Sticker aufs parkende Auto. Über das Verständnis des Fahrers von Statussymbolen sagt das natürlich rein gar nichts aus – außer vielleicht: Wenn man’s abmacht, geht der Lack ab.</p>
<p><strong><img class="size-full wp-image-870 alignleft" title="aufkleber_sylt" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/07/aufkleber_sylt.gif" alt="" width="150" height="150" /><br />
Die stilvoll Reisenden</strong><br />
Die Zeiten, als nur auf dem schneidigen Schlitten ein Aufkleber der Insel Sylt prangte, sind vorbei. Auch wer sein Auto heute nicht mehr als Statussymbol missbraucht und stattdessen lieber Kleinwagen fährt, schmückt sich gerne mit der schlanken Inselsilhouette oder gleich einem Sticker der Promi-Strandkneipe Sansibar und sagt: „Urlaub auf Sylt kann sich jeder leisten.“ Der Sticker ist im Mainstream angekommen und nun sogar in Shops auf dem Festland erhältlich, die berühmte Currywurst gibt es mittlerweile als Menü bei einer Fluglinie auf Vorbestellung. Letztere dürfte dem „wahren“ Syltbesucher derweil im Halse stecken bleiben, während er sich panisch auf die Suche nach einem neuen Statussymbol macht.</p>
<p><strong> </strong><strong><img class="alignright size-full wp-image-869" title="aufkleber_ruegen" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/07/aufkleber_ruegen.gif" alt="" width="150" height="150" /><br />
Die Anti-Syltianer</strong><br />
Schmunzeln musste ich neulich, als ich auf einem Auto einen Umriss erkannte, der Sylt verdächtig ähnlich sah. Erst als ich meinen Sicherheitsabstand eher ungewollt auf wenige Zentimeter verkürzte, offenbarte sich der Irrtum. Was auch immer das für ein Eiland war, das vermutlich auch noch falsch herum aufs Heck geklebt worden war, als Statussymbol taugte es wirklich nur für Autofahrer mit Sehschwäche. Vielleicht war das aber auch genau so gedacht und hier erlaubte sich ein cleverer Sylt-Boykotteur einen selbst gebastelten Scherz mit meinen müden Augen.<br />
So wie sich eine andere deutsche Insel derzeit mit „<a href="http://www.welt.de/reise/nah/article12737631/Ruegen-kaempft-mit-derben-Spruechen-gegen-Sylter-Gosch.html" target="_blank">Rügen scheißt auf Sylt</a>“ positioniert.</p>
<p><strong><img class="size-full wp-image-871 alignleft" title="aufkleber_atomkraft" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/07/aufkleber_atomkraft.gif" alt="" width="150" height="150" /><br />
Die Alternativen</strong><br />
Sie lassen das Wasser beim Zähneputzen laufen und trennen ihren Müll nicht, aber Hauptsache sich gegen Atomkraft positionieren. Alternativität und Umweltschutz sind in der gesellschaftlichen Mitte angekommen und lassen sich argumentativ locker-flockig in Smalltalk zwischen „Schönes Wetter heute“ und „Was macht die Familie?“ verpacken. Die grinsende „Atomkraft? Nein danke“-Sonne prangt deshalb inzwischen an gefühlt jedem dritten Fahrzeug standardmäßig (sowie an der Jacke des Fahrers, auf seinem Laptop und auf den Fahnen, mit denen er am Wochenende demonstrieren geht). Kopfschütteln löst das Logo eigentlich nur noch bei sehr Konservativen aus – oder wenn der umweltbewusste Sticker ausgerechnet auf dem spritschluckenden Protzauto klebt.</p>
<blockquote><p><img class="size-full wp-image-872 alignnone" title="autor_neumann" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/07/autor_neumann.jpg" alt="" width="27" height="41" /><a href="http://carolin-neumann.de" target="_blank">Carolin Neumann</a> arbeitet als freie Journalistin unter anderem für Spiegel Online und hat die Digital Media Women Hamburg gegründet.</p></blockquote>
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		<title>Autos sind keine guten Schauspieler</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jul 2011 12:30:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ClaudiaT</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Beste aus den „Transformers“-Filmen? Dieses mechanische Schnurren der Autobots, der gutgesinnten Kfz-Roboter, während sie sich verwandeln. Als hätte man auf der ganzen Welt nach dem Kater mit den dicksten Klöten gesucht und dann sein Gesäusel so weit runtergepitcht, dass &#8230; <a href="http://www.status-symptome.de/blog/2011/autos-sind-keine-guten-schauspieler">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-medium wp-image-848" title="filmrolle" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/07/filmrolle-300x239.png" alt="" width="210" height="167" />Das Beste aus den „Transformers“-Filmen? Dieses mechanische Schnurren der Autobots, der gutgesinnten Kfz-Roboter, während sie sich verwandeln. Als hätte man auf der ganzen Welt nach dem Kater mit den dicksten Klöten gesucht und dann sein Gesäusel so weit runtergepitcht, dass mit dem Sound komplette Schulen wuschiger Waldamen in die Fänge von japanischen Forschungsschiffen gelockt werden können. Auch uns Menschen fährt es in Dolby Digital tief in die Magengrube (tiefer leider nicht). Der Rest der Filme besteht leider aus digitalem Dünnsch. Da werden viele Tausend Mark für schnieke aussehende Materialschlachten ausgegeben, und dann fährt Regisseur Michael Bay mit seinem Kamerakind dreimal um jeden animierten Pixelpanzer und man weiß nicht, wessen Heckspoiler das jetzt schon wieder ist, der da aus dem Bild fliegt, und ob das wehtat. Und es ist auch egal, denn was kümmern uns die Figuren, sie sind aus Blech, es sind verdammt noch mal Autos, und Autos sind keine guten Schauspieler.</p>
<p><span id="more-845"></span>Deswegen ist gerade für <a href="http://www.transformersmovie.com/intl/de/" target="_blank">„Transformers“</a> die verhunzte Inszenierung der Actionsequenzen ein umso größeres Problem. Denn auf was soll sich der Kinogänger bei dieser Filmreihe (oder sollten wir besser von einem Franchise oder einer Trademark reden?) konzentrieren, wenn nicht auf die Action? Auf die Dialoge, die ausgefeilten Charaktere, den subtilen Wortwitz, die atemberaubende Spannung? Die Geschichte haben wir alle bereits als Siebenjährige mit Lego nachgespielt, dabei allerdings die überflüssigen Szenen ausgelassen. Erinnert ihr euch noch? VORSICHT!! SPOILER!! Am Ende gewinnen die Guten. Das dauerte geschätzt eine Viertelstunde, danach wurde es langweilig und wir gingen Fußball spielen oder Rollschuh laufen. Schon damals wussten wir: Autos sind keine guten Schauspieler.</p>
<p>Um jetzt noch einmal die Nostalgiekeule zu schwingen: Als Kinder waren die Abenteuer von Käfer Herbie ein großer Spaß. Charmante Autos mit eigenem Willen waren damals glaubwürdig. Dem konnten wir wenig entgegensetzen mit acht Fernsehsendern, vier hart erkämpften TV-Stunden pro Woche, einem kindlichen Gemüt und null Medienkompetenz. Das machte sich ein weiterer Käfer zunutze: Dudu, die runtergerockte Karre eines drogenfreien Weltenbummler-Hippies. Dudu ging aufs Ganze, gab Vollgas oder war einfach das verrückteste Auto der Welt. In den 70ern war es noch ein Leichtes, Filme zu betiteln.</p>
<p>Nicht besser, auch wenn es viele von uns nicht wahrhaben wollen: „Ein Colt für alle Fälle“, obwohl, wenn man ehrlich ist, nicht das Auto des Stuntmans der Hauptdarsteller war, sondern die Möpse des Bikinimädchens Jody. „Cars“ fällt im Vergleich mit den Meisterwerken von Pixar ab. Und dann wäre da ja noch „Knight Rider“, einer der prominentesten Vertreter, der hinter dem breiten Rücken des Begriffs „Kult“ Schutz vor dem gesunden Menschenverstand gesucht hat. Knight Rider liefert das ultimative Argument, warum die Kernkompetenz von Autos in der Fortbewegung liegt und nicht in der Schauspielerei. Knight Rider hatte zwei Hauptdarsteller, K.I.T.T., das sprechende Auto, und Michael Knight alias David Hasselhoff. Und der eine Hauptdarsteller – obwohl weniger mit Talent als eher mit einer Frisur gesegnet – konnte neben dem anderen Hauptdarsteller glänzen, eine Gesangskarriere starten und Deutschland wiedervereinigen. Wenn das kein Argument gegen Autos auf dem roten Teppich ist.</p>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><em><img title="rittmann" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/06/rittmann.jpg" alt="" width="27" height="41" /></em><em>Tim Rittmann arbeitet als freier Journalist in Berlin, unter anderem für das SZ-Magazin, Prinz und GEE.</em></span></p></blockquote>
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		<title>&quot;Die Status-Angst grassiert heute mehr denn je&quot;</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Jun 2011 09:09:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ClaudiaT</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Alain de Botton, geboren 1969 in der Schweiz, hat in Cambridge Geschichte und Philosophie studiert. Er ist Autor zahlreicher Bestseller – darunter das Buch „StatusAngst“ – und lebt heute als Schriftsteller, Journalist und TV-Produzent in London. Seine größte eigene Status-Angst? &#8230; <a href="http://www.status-symptome.de/blog/2011/die-status-angst-grassiert-heute-mehr-denn-je">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="nomargin"><strong><img class="alignright size-medium wp-image-834" title="de_botton" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/06/de_botton-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" />Alain de Botton, geboren 1969 in der Schweiz, hat in Cambridge Geschichte und Philosophie studiert. Er ist Autor zahlreicher Bestseller – darunter das Buch „StatusAngst“ – und lebt heute als Schriftsteller, Journalist und TV-Produzent in London. Seine größte eigene Status-Angst? Dass andere Autoren mehr Erfolg haben als er!</strong></p>
<p class="interview-frage">Herr de Botton,  in England beträgt die erlaubte Höchstgeschwindigkeit 113 Stundenkilometer,  das schnellste Serienauto aus England ist dreimal schneller und kostet 1, 4 Millionen Euro. Warum gibt es Protzautos?</p>
<p class="interview-antwort">Weil der Mensch immer mehr will, als er braucht. Uns geht es heute materiell viel besser als unseren Eltern, Großeltern, Urgroßeltern. Trotzdem haben wir das Gefühl, wir hätten mehr verdient. Warum? Weil wir uns nicht mit unseren Vorfahren vergleichen, sondern mit unseren Nächsten. Unser historischer oder geografischer Wohlstand allein macht uns eben nicht glücklich, sondern wir wollen so viel wie oder am besten etwas mehr haben als die Leute, mit denen wir verkehren, arbeiten, befreundet sind und uns identifizieren. Deshalb ist es am besten, man sucht sich Freunde, denen es ein ganz kleines bisschen schlechter geht als uns selbst.<span id="more-832"></span></p>
<p class="interview-frage">Sie schreiben in Ihrem Buch „StatusAngst“,  das Protzen mit Statussymbolen entspringe dem Wunsch,  „geliebt zu werden“. Erzeugen Menschen mit Protzautos nicht vielmehr Neid und Hass?</p>
<p class="interview-antwort">Sie erzeugen Liebe und Hass. Hass bei denen, die weniger reich sind, Liebe oder zumindest Respekt bei jenen, mit denen sie sich identifizieren und denen sie imponieren wollen. Normalerweise sind Menschen umso netter zu uns, je größer unser Status ist. Du wurdest gerade befördert? Die Menschen werden dich öfter anlächeln. Du wurdest degradiert? Die Menschen werden dir seltener in die Augen schauen. Und weil wir lieber angelächelt werden, sorgen wir uns um unseren Status. Protzautos sind ein Weg, Selbstvertrauen zu gewinnen. Der Mensch ist nicht gut darin, sich selbst zu respektieren oder sich selbst zu lieben – dazu braucht er Respekt und Liebe anderer. Wir sind wie ein Heißluftballon, der ständig Liebe braucht, um prall zu bleiben, und der beim kleinsten Kratzer abzustürzen droht.</p>
<p class="interview-frage">Nehmen wir an,  ein Mensch drückt sein Ego mit einem einzigen Produkt aus: einem teuren Auto. Und nehmen wir an,  man nimmt ihm dieses Auto weg. Was wäre dieser Mensch dann?</p>
<p class="interview-antwort">Vom christlichen Standpunkt her wäre er nicht mehr und nicht weniger als vorher. Doch vom kapitalistischen Standpunkt her wäre er zweifellos ärmer: ärmer an Vermögen und ärmer an Respekt.</p>
<p class="interview-antwort interview-frage">Sie schreiben,  die Status-Ängste hätten seit dem 19. Jahrhundert – also mit der Industrialisierung – zugenommen. Warum?</p>
<p class="interview-antwort">Die Status-Angst grassiert heute mehr denn je. Der Grund? Nie scheinen die Möglichkeiten, Status durch Sex, Geld, Jobs oder Autos zu erhalten, größer gewesen zu sein als heute. Wir sind permanent konfrontiert mit Storys von Menschen, die es geschafft haben. Das war in der Vergangenheit anders: Für einen Großteil der Bevölkerung galt Bescheidenheit als normal und weise. In Wahrheit ist es heute genauso unwahrscheinlich, so reich wie Bill Gates zu werden, wie es im Frankreich des 18. Jahrhunderts unwahrscheinlich war, als Bauer die Macht des Sonnenkönigs zu erlangen. Deshalb sind wir unzufrieden: Die Welt gaukelt uns vor, wir könnten alles erreichen, aber das stimmt nicht.</p>
<p class="interview-frage">Was kann man gegen Status-Ängste tun?</p>
<p class="interview-antwort">Es gibt fast keinen Ausweg. Höchstens vielleicht eine Reflexion über den Tod. Wenn nötig: Schau dir ein Skelett an! So wirst du bald aussehen, und dann wird es egal sein, was die anderen über dich gedacht haben. Oder denk über Krankheit und wahre Liebe nach! Wer würde wirklich an dein Krankenbett treten, wenn es dir schlecht ginge?</p>
<p class="interview-frage">Unter welchen Status-Ängsten leiden Sie?</p>
<p class="interview-antwort">Ich habe permanent Angst, andere Autoren könnten größere Erfolge feiern als ich!</p>
<blockquote><p><img class="alignnone size-full wp-image-217" title="Christoph Kohler" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/05/autorenbilder_christoph_kohler.jpg" alt="" width="27" height="41" />Die Fragen stellte Christoph Kohler. Er ist freier Journalist, unter anderem für die NZZ und NZZ am Sonntag.</p></blockquote>
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		<title>Tarntüten</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Jun 2011 13:52:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ClaudiaT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Akut]]></category>
		<category><![CDATA[Elite]]></category>
		<category><![CDATA[Für Alle]]></category>
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		<description><![CDATA[Neulich war ich auf einer Pressereise in Göteborg und immer, wenn ich in Schweden bin, dann gehe ich zu ACNE und kaufe da irgendwas. Das ist Tradition bei mir. Ich trage dann die schöne Plastiktüte mit dem Druckknopf zurück ins &#8230; <a href="http://www.status-symptome.de/blog/2011/tarntuten">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-thumbnail wp-image-820" title="Tarntüte" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/06/Tarntüte-150x150.png" alt="" width="150" height="150" />Neulich war ich auf einer Pressereise in Göteborg und immer, wenn ich in Schweden bin, dann gehe ich zu ACNE und kaufe da irgendwas. Das ist Tradition bei mir. Ich trage dann die schöne Plastiktüte mit dem Druckknopf zurück ins Hotel, später zurück nach Hause, packe aus und hebe die Tüte auf. Da kommt nie Müll rein, wie in die Tüten aus dem Supermarkt, sondern ich sammle sie, um sie irgendwann mal wieder für was anderes zu benutzen, für was auch immer&#8230;</p>
<p><span id="more-819"></span>Es soll ja Menschen geben, die das ähnlich machen und die dann die Tüten dafür nehmen, um Einkäufe aus weniger angesehenen Geschäften zu transportieren, zu tarnen, könnte man auch dazu sagen. Man stelle sich das so vor: GUCCI-Tüte in Handtasche. Zu H&amp;M rein und praktisch noch in der Ausgangsschleuse schnell die Tüten getauscht. Im samstäglichen Einkaufstrubel schaut es natürlich besser aus, wohlhabender, stilsicherer als mit dem ungetarnten Einkauf aus dem Mainstreamshoppingparadies.</p>
<p>Etikettenschwindler werden künftig dank der jüngst sich anbahnenden Veränderungen anderen Bedingungen begegnen. Ein <a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,15096560,00.html" target="_blank">aktuell diskutiertes</a> EU-weites Plastiktütenverbot könnte den Tarntüten einen Strich durch die Rechnung machen. Glücklicherweise haben viele Luxushäuser bereits früh auf schicke Papiertaschen umgesattelt. Diese zu pflegen und möglichst unbenutzt aussehen zu lassen, ist allerdings eine Herausforderung. Die Einsatzmöglichkeiten sind begrenzt!</p>
<p>Gewiefte Tarner wissen aber, dass man niemals Kunde in einer Luxusboutique gewesen sein muss, um an die begehrte Tüte zu kommen. Ebay hilft aus! So kann man in den im Großpack erstandenen Tüten auch Bücher zur Bibliothek tragen, Wäsche in den Waschsalon und dabei so wirken, als shoppe man regelmäßig dort und wisse schon gar nicht mehr, wohin mit den ganzen Tüten – so, wie das bei mir und den Supermarkttüten der Fall ist &#8230; Aber diese Tragetaschen sind nun wirklich nicht repräsentativ, außer vielleicht auf dem Weg vom Einkauf nach Hause.</p>
<p>Meine Mutter brachte mir einmal bei, eine anständige Tasche zu nehmen und nicht mein Sportzeug in der Alditüte herumzutragen. Den Gedanken dahinter verstand ich erst später! Prada zäumt das Pferd übrigens von hinten auf, indem das italienische Modehaus mit der Sommerkollektion eine <a href="http://www.zeitgeschmack.com/2011/02/do-or-dont-plastik-handtaschen.html" target="_blank">Luxusversion der Plastiktasche</a> auf den Markt bringt. Allerdings sollte die Investition wohlüberlegt sein, kann doch nicht jeder den Unterschied sehen zwischen dem Kunststoffbeutel vom Gemüsestand und der teuren Variante ohne Label. Ein Dilemma, wie es scheint! Es wird die Zeit kommen, zu der meine ACNE-Tüten wohl einfach unzweitbenutzt in den Müll wandern werden. Korrekt entsorgt, versteht sich! Ich selbst bin eher Freundin der schlichten Jutebeutel oder des noch praktischeren Nichts. Aber ich und Handtaschen, das ist eh ein Thema für sich!</p>
<blockquote><p><em><img class="alignnone size-full wp-image-706" title="Mahret Kupka" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/06/Mahret-Kupka.jpg" alt="" width="27" height="41" />Mahret Kupka schreibt über Mode, Kunst und das Leben. Seit 2006 betreibt sie ihr Blog <a href="http://fnart.org/" target="_blank">fnart.org</a>. Zudem promoviert sie gerade über Mode und Körperlichkeit und ist als Dozentin für Modesoziologie tätig.</em></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Polierer mit Zwangsantrieb</title>
		<link>http://www.status-symptome.de/blog/2011/polierer-mit-zwangsantrieb</link>
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		<pubDate>Mon, 20 Jun 2011 16:50:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ClaudiaT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Akut]]></category>

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		<description><![CDATA[Auftragen und polieren. So lautet Mr. Miyagis Lektion in Sachen Duldsamkeit. Ihre Bestandteile: körperliche Hochfrequenz plus geistige Sendepause, vereint in einer nützlichen niederen Tätigkeit. Auftragen und polieren. Auftragen und polieren. Die bescheidene Weisheit des koboldhaften Senseis aus Karate Kid hat &#8230; <a href="http://www.status-symptome.de/blog/2011/polierer-mit-zwangsantrieb">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-thumbnail wp-image-797" title="Polierer" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/06/Polierer3-150x150.png" alt="" width="150" height="150" />Auftragen und polieren. So lautet Mr. Miyagis Lektion in Sachen Duldsamkeit. Ihre Bestandteile: körperliche Hochfrequenz plus geistige Sendepause, vereint in einer nützlichen niederen Tätigkeit. Auftragen und polieren. Auftragen und polieren. Die bescheidene Weisheit des koboldhaften Senseis aus Karate Kid hat längst Einzug in deutsche Vorstädte gehalten. Vielleicht ist sie gar diesem Soziotop entsprungen. Ich bin ihm entsprungen und Sie, und die Hälfte unserer Mitmenschen ist es ebenfalls. Dort wird die Angst vor dem sozialen Abstieg zusammen mit gelben Insekteninnereien von der Kühlerhaube gewischt. Gebrauchte Offroader werden auf Neuwagenwert gerubbelt. Merke: Was wie neu aussieht, könnte neu sein. Und wer von uns will sich nicht jeden Tag einen neuen Offroader leisten können?</p>
<p><span id="more-795"></span>Außerdem fühlen wir uns geborgen, weil alle anderen Nachbarn ebenfalls auf die Straße treten und gegen den Verfall ihrer liebsten Habseligkeit ankämpfen. Es ist ein sinnstiftendes Gemeinschaftserlebnis. Die Welt da draußen geht den Bach runter, aber wir tun was dagegen. Wir konservieren sie mit schwerem Gerät, mit teuren Markenpoliermaschinen, Roto-Exzenterpolierer mit Zwangsantrieb. Mit Hochleistungslappen aus Mikrofaser – reißfest, saugfähig und optimal geschützt im edlen Kunststoffspender. Wir, die Freunde der rückstandsfreien Karosseriepflege, bringen damit nicht nur unser Auto auf Vordermann, sondern auch unser Ego.</p>
<p>Es tut gut zu sehen, dass wir unsere Existenzängste miteinander teilen. Die Angst vor unbehandelten Roststellen, die Beweis dafür sind, wie porös auch unser sozialer Status ist. Die Kratzer am Kotflügel, die den anderen zeigen, dass der Lack ab ist. Das Baumharz auf unseren Windschutzscheiben, das – wenn wir es nicht entfernen – unsere saubere Existenz mit weiterem Schmutz verschandelt, der kleben bleibt. Und uns so die Sicht für die wesentlichen Dinge nimmt. Nämlich, ob die anderen schon mitleidig gucken oder auch ganz mit sich selbst beschäftigt sind.</p>
<blockquote><p><em><img class="alignnone size-full wp-image-807" title="rittmann" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/06/rittmann.jpg" alt="" width="27" height="41" /></em><em>Tim Rittmann arbeitet als freier Journalist in Berlin, unter anderem für das SZ-Magazin, Prinz und GEE.</em></p></blockquote>
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		<title>Alles nur auf Pump?</title>
		<link>http://www.status-symptome.de/blog/2011/alles-nur-auf-pump</link>
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		<pubDate>Fri, 10 Jun 2011 12:43:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ClaudiaT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Akut]]></category>

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		<description><![CDATA[Rudi Hurzlmeier ist ständiger Mitarbeiter beim Satiremagazin Titanic und bei der Süddeutschen Zeitung und er veröffentlichte bislang 39 Bücher. 2010 wurde Hurzlmeier mit dem Deutschen Karikaturenpreis ausgezeichnet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-large wp-image-773" title="Pumphose.300" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/06/Pumphose.3002-754x1024.jpg" alt="" width="512" height="695" /></p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Rudi Hurzlmeier ist ständiger Mitarbeiter beim Satiremagazin Titanic und<br />
bei der Süddeutschen Zeitung und er veröffentlichte bislang 39 Bücher.<br />
2010 wurde Hurzlmeier mit dem Deutschen Karikaturenpreis ausgezeichnet.</p>
</blockquote>
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		<title>Status-Symbol Turnschuh?</title>
		<link>http://www.status-symptome.de/blog/2011/status-symbol-turnschuh</link>
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		<pubDate>Mon, 06 Jun 2011 15:36:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ClaudiaT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Akut]]></category>

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		<description><![CDATA[Neulich in der Fußgängerzone einer Kleinstadt irgendwo in Westdeutschland &#8230; ich trug neonorange Turnschuhe, oder Sneaker, wie man sie heute nennt. Bin ich damit in Berlin unterwegs, begegnet man diesen mit einer Art kurz aufmerkender Gleichgültigkeit. Beim Radfahren sind sie &#8230; <a href="http://www.status-symptome.de/blog/2011/status-symbol-turnschuh">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-thumbnail wp-image-707" title="Schuhe" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/06/Schuhe-150x150.png" alt="" width="150" height="150" />Neulich in der Fußgängerzone einer Kleinstadt irgendwo in Westdeutschland &#8230; ich trug neonorange Turnschuhe, oder Sneaker, wie man sie heute nennt. Bin ich damit in Berlin unterwegs, begegnet man diesen mit einer Art kurz aufmerkender Gleichgültigkeit. Beim Radfahren sind sie sehr nützlich, funktionieren sie doch als Ersatz für Reflektoren. In besagter Kleinstadt kamen sie wohl einer Sensation gleich. Was ich gar nicht bemerkte und worauf mich mein Begleiter stetig aufmerksam machte, „Mahret, die Leute starren dir dauernd auf die Füße!“</p>
<p><span id="more-705"></span>Ich nenne sie meine Gute-Laune-Schuhe. Gekauft hatte ich sie mir eigentlich zur Erfüllung ihrer ursprünglichen Funktion als Sportschuhe fürs Fitnessstudio. Die etwas verrückte Farbe sollte Motivation sein, mich auch im Winter aufs Laufband zu stellen. Auf die Idee aber, diese wirklich zum Joggen durch Wald und Flur zu tragen, wäre ich nie gekommen. Dafür hatte ich andere Schuhe, richtige Laufschuhe, die anhand einer Laufbandanalyse genau passend für meinen Laufstil und Körpertyp ausgewählt worden waren. Der unwahrscheinliche Fall, dass diese dann auch noch besonders schön sein könnten, trat in diesem Auswahlprozess leider nicht ein. Sie waren groß, breit und ziemlich hässlich, aber fühlten sich toll an beim Joggen, und im Wald sieht einen ja eh keiner, ein Umstand, der unter ausschließlich ästhetischen Aspekten betrachtet überhaupt keine Rolle spielt, frei nach dem Credo „Function follows Form“. So käme wohl eine Dame in High Heels unter normalen Umständen ebenso wenig auf die Idee, in ihren Schuhen einen Sprint hinzulegen, wie ein wahrer Sneakerfreund seine Lieblinge zum Sport tragen würde. Hier folgt nicht einmal die Funktion der Form, sondern ist gänzlich von ihr entkoppelt. Was bleibt, ist die Idee einer Funktion, das Gefühl, dass man ja jederzeit losspringen könnte, wenn man denn nur wollte. Wirklich wollen tut aber keiner, denn sie könnten ja dreckig werden, die Schuhe, oder irgendwann benutzt aussehen.</p>
<p>Während dem eigentlichen Sportschuh immer wieder der Spagat zwischen Ergonomie und Design gelingen muss, darf sich der funktionsfreie Turnschuh ganz dem ästhetischen Empfinden anbiedern. Da gibt es Retromodelle, quasi-praktische-wie-Barfuß-Lauferlebnisse, überarbeitete Neuauflagen mit Erinnerungsgarantie oder futuristisch anmutende Ergebnisse von Kooperationen etablierter Hersteller mit avantgardistischen Jungdesignern, und das nicht selten zu Preisen, die einen erstmal setzen machen.</p>
<p>Der Turnschuh ist ein Schuh, der ursprünglich, und wie der Name schon sagt, dazu gedacht war, den Fuß beim Turnen – veraltetes Synonym für „Sport“ – zu kleiden. Insofern ist er ein Funktionsschuh, ähnlich wie z.B. der Gummistiefel, der Wanderschuh, der Schlittschuh oder die Flosse. Während man sich noch vorstellen kann, im Alltag mit Wanderschuhen oder Gummistiefeln umherzulaufen, so nimmt diese Vorstellung auf z.B. die Flosse  übertragen eher groteske Züge an, so grotesk möglicherweise, wie es vor ein paar Jahrzehnten gewesen sein mag, jenseits des Sportplatzes in Turnschuhen daherzukommen, etwas, das uns heute vollkommen normal erscheint. So wie wir z.B. mit einem Geländewagen durch den Großstadtdschungel kurven, um ein wenig Abenteuer in den Alltag zu bringen, tragen wir Lifestyle-Sportschuhe, um uns irgendwie beweglicher, gesünder und jugendlicher zu fühlen, so als strahle das Image gleichsam auf unsere Gesamterscheinung ab, und dabei spielt es gar keine Rolle, ob wir tatsächlich gerne mal durch den Wald rennen, über den Bolzplatz toben oder uns beim Tennis verausgaben. Der wahre Bewegungsmensch verbiegt sich heutzutage übrigens barfuß auf der Yogamatte, und so frage ich mich, ob man morgen vielleicht westdeutsche Kleinstadtbürger überrascht, wenn man einfach ohne Schuhe geht, auch wenn man vom nach-unten-schauenden-Hund noch nie etwas gehört hat.</p>
<blockquote><p><em><img class="alignnone size-full wp-image-706" title="Mahret Kupka" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/06/Mahret-Kupka.jpg" alt="" width="27" height="41" />Mahret Kupka schreibt über Mode, Kunst und das Leben. Seit 2006 betreibt sie ihr Blog <a href="http://fnart.org/" target="_blank">fnart.org</a>. Zudem promoviert sie gerade über Mode und Körperlichkeit und ist als Dozentin für Modesoziologie tätig.</em></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Doku: Sneakers&#160;-&#160;Just for Kicks</title>
		<link>http://www.status-symptome.de/blog/2011/doku-sneakers-%e2%80%93-just-for-kicks</link>
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		<pubDate>Mon, 06 Jun 2011 15:30:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ClaudiaT</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie die Jeans in den 70er Jahren ist der Sneaker spätestens seit den 90er Jahren zum Markenzeichen einer ganzen Generation geworden: In Interviews mit bekannten Sammlern, Hip-Hop-Pionieren, Rappern, Graffitikünstlern, Journalisten und Markenverantwortlichen&#8230; Den ganzen Artikel gibt es auf Nerdcore und &#8230; <a href="http://www.status-symptome.de/blog/2011/doku-sneakers-%e2%80%93-just-for-kicks">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<iframe width="510" height="317" src="http://www.youtube.com/embed/RifYoPrmpr0?rel=0&showinfo=0" frameborder="0" type="text/html"></iframe>
<p>Wie die Jeans in den 70er Jahren ist der Sneaker spätestens seit den 90er Jahren zum Markenzeichen einer ganzen Generation geworden: In Interviews mit bekannten Sammlern, Hip-Hop-Pionieren, Rappern, Graffitikünstlern, Journalisten und Markenverantwortlichen&#8230;</p>
<p>Den ganzen Artikel gibt es auf <a href="http://www.crackajack.de/2011/05/03/doku-sneakers-%E2%80%93-just-for-kicks/" target="_blank">Nerdcore</a> und hier die <a href="http://www.justforkicks.tv/" target="_blank">Website</a> zum Film.</p>
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		<title>Ich bin, wo ich bin</title>
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		<pubDate>Tue, 31 May 2011 13:43:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JanP</dc:creator>
				<category><![CDATA[Akut]]></category>
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		<category><![CDATA[Gegenmittel]]></category>
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		<category><![CDATA[Status 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Status-Symptome]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich habe einen neuen Freund: Ferdinand. Er ist kein richtiger Freund, der einem nach einem Totalschaden das Auto leihen oder mit dem man selbstlos die Wohnung teilen würde, wenn seine Freundin ihn plötzlich verließe. Es ist mehr eine flüchtige Bekanntschaft &#8230; <a href="http://www.status-symptome.de/blog/2011/ich-bin-wo-ich-bin">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-685" title="Check-in" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/05/Check-in.jpg" alt="" width="120" height="115" />Ich habe einen neuen Freund: Ferdinand. Er ist kein richtiger Freund, der einem nach einem Totalschaden das Auto leihen oder mit dem man selbstlos die Wohnung teilen würde, wenn seine Freundin ihn plötzlich verließe. Es ist mehr eine flüchtige Bekanntschaft und eine „Freundschaft“, die sich auf soziale Netzwerke im Internet beschränkt.</p>
<p><span id="more-681"></span>Schon lange können wir dank Web 2.0 erfahren, <a href="../../blog/2011/status-symbol-status-meldung">was unsere Mitmenschen so treiben</a>. Neuerdings beglücken uns Location-based Services darüber hinaus auch noch mit der Information, wo sie es tun. Eigentlich eine gute Sache, wenn nur Ferdinand nicht so übermäßig zur Check-in-Selbstdarstellung neigte.</p>
<p>Dank <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Foursquare">Foursquare</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Facebook#Places">Facebook Places</a> weiß ich nun, dass Ferdinand seine Backwaren ausschließlich in einem Feinkostgeschäft für Biolebensmittel erwirbt, dass er nur maßangefertigte, rahmengenähte Schuhe von der Schuhmanufaktur seines Vertrauens trägt und seinen Astralleib allmorgendlich im teuersten Fitnessstudio der Stadt zu stählen pflegt.</p>
<p>Wohin er auch geht: Alles ist vom Feinsten. So lässt er es uns jedenfalls mehrfach täglich via Statusupdate wissen. Natürlich nervt Ferdinand mit diesem Getue und selbstverständlich habe ich es selbst in der Hand, ob ich weiterhin über seinen Lebenswandel informiert werden möchte. Mein Freund übt jedoch eine gewisse Konträrfaszination auf mich aus: Es ist wie die „Zeitung“ mit den großen Buchstaben oder Castingshows im Fernsehen – obwohl es ekelt, kann man einfach nicht wegsehen.</p>
<p>Gestern traf ich Ferdinand zufällig auf der Straße. Etwas verschwitzt tippte er auf seinem Smartphone herum. In der Hand trug er eine Brötchentüte des Discountbäckers, der Teigrohlinge aus Osteuropa aufbackt, an den Füßen ein paar billige Badelatschen, und über seiner Schulter hing der Rucksack einer Muckibude, in der üblicherweise unter Anweisung von Personal, das lediglich über eine Qualifikation als Spielhallenaufsicht verfügt, rostige Gewichte gehoben werden.</p>
<p>Ertappt zog er nach einem für ihn untypisch wortkargen „Hallo“ von dannen. Ich „like“ seitdem all seine Check-ins in den sozialen Netzwerken.</p>
<blockquote><p><img title="André Krüger" src="http://www.status-symptome.de/wp/wp-content/uploads/2011/05/autorenbilder_krueger.jpg" alt="" width="27" height="41" />André Krüger schreibt seit 2001 Texte ins Internet. Seit 2006 betreibt er <a href="http://www.boschblog.de/" target="_blank">boschblog.de</a> — ein privates Weblog für Alltagskultur und Unzulänglichkeiten menschlichen Daseins — und twittert unter dem Pseudonym <a href="http://www.twitter.com/bosch" target="_blank">@bosch</a>.</p></blockquote>
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